JWST hat Enceladus' Plume eingefangen, die Wasser fast 10.000 Kilometer weit ins All sprüht.

Enceladus berühmter Sprühstrahl ist größer als der Mond selbst.
Geysire auf Saturns eisigem Mond sprühen Wasserstoffdampf fast 10.000 Kilometer ins All, eine Entfernung, die etwa 19 Mal so groß ist wie der Durchmesser von Enceladus, berichten Forscher in einem Artikel, der in Nature Astronomy veröffentlicht wurde. Wenn die Geysire auf der Erde wären, würde der Sprühstrahl den Rand der Atmosphäre unseres Planeten berühren.
Die mittlerweile stillgelegte Cassini-Raumsonde der NASA entdeckte vor fast zwei Jahrzehnten, dass Enceladus salziges Wasser aus einem unterirdischen Reservoir ausstoße (SN: 5/2/06). Aber die Umlaufbahn der Sonde um Saturn bedeutete, dass sie zu nah am Mond war, um das wahre Ausmaß des Sprühstrahls zu sehen.
Im November richtete das James-Webb-Weltraumteleskop zum ersten Mal seine leistungsstarke Infrarotkamera auf Enceladus, blickte für etwa vier Minuten auf den Mond. Die Perspektive des JWST aus unserem Sonnensystem heraus ermöglichte es ihm, den Sprühstrahl mindestens 9.600 Kilometer vom Südpol aus zu sehen.
"Es war eine Überraschung, das so groß zu sehen, Wasser überall zu haben", sagt Planetenwissenschaftler Geronimo Villanueva vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt (Maryland).
Die Beobachtungen des JWST werfen auch Licht darauf, wie viel Wasser der Sprühstrahl ausstößt und wohin diese Moleküle gelangen.
Enceladus stößt seit der Ankunft von Cassini bei Saturns System vor 19 Jahren die gleiche Menge Wasser aus: etwa 10 Millionen Billionen Billionen Moleküle pro Sekunde (das ist eine 10 mit 28 Nullen dahinter).
Etwa 30 Prozent der Moleküle fließen in einen donutförmigen Ring – genannt Torus –, der das gesamte Saturn-System umgibt. Das verbleibende Wasser hilft entweder dabei, einen der charakteristischen eisigen Ringe von Saturn zu bilden, oder wird über das System geblasen, wo das Wasser die atmosphärische Chemie von Saturn und seinen anderen Monden beeinflussen kann (SN: 10/8/19).
Die Konsistenz des Sprühstrahls gibt Villanueva die Hoffnung, dass die Geysire noch aktiv sein werden, wenn Wissenschaftler eine weitere Mission zu Enceladus senden. In der Zwischenzeit wird das JWST den Mond weiterhin überwachen. "Das Schöne an James Webb ist, dass wir es sehr oft darauf ausrichten und sehen können, ob das Ding die ganze Zeit aktiv bleibt", sagt er.
Unsere Mission besteht darin, genaue und faszinierende Wissenschaftsnachrichten für die Öffentlichkeit bereitzustellen. Diese Mission war noch nie so wichtig wie heute.
Als gemeinnützige Nachrichtenorganisation können wir das nicht ohne Ihre Hilfe tun.
Ihre Unterstützung ermöglicht es uns, unsere Inhalte für die kommende Generation von Wissenschaftlern und Ingenieuren frei zugänglich zu halten. Investieren Sie heute in hochwertigen Wissenschaftsjournalismus, indem Sie spenden.