Dior Galerie: Die Schwestern machen es sich selbst.

25 November 2023 1997
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24. November 2023

Die Dior Galerie, ein exklusiver Mode- und Kunstausstellungsort des französischen Luxusgüterunternehmens Dior, stellte am Freitag ihre neueste Ausstellung vor.

Dies beinhaltete eine überarbeitete Version seines dauerhaften Sortiments, das den Partnerschaften der Marke mit Künstlerinnen gewidmet ist.

Der Ausstellung fehlt ein konkreter Titel, sie wird jedoch als Rotationsausstellung bezeichnet. Sein Hauptthema ist die Schnittstelle von Mode und Feminismus. Die Ausstellung ermöglicht eine Reihe von Diskursen, die ersten beiden sind ein Gespräch zwischen Herrn Dior und den Frauen, die als seine Musen dienten, und ein weiterer zwischen Diors aktueller Kreativdirektorin für Damenmode, Maria Grazia Chiuri, und einem Kollektiv moderner, von der Mode beeinflusster Künstler.

Die Galerie Dior, die sich neben dem historischen Flagship-Store von Dior in der Avenue Montaigne 30 befindet, hat in den 20 Monaten seit ihrer Eröffnung im März 2022 650.000 Besucher angezogen. Die Galerie bietet eine einzigartige Mischung aus bemerkenswerter Mode, hochkarätiger Kleidung von Prominenten, bekannte Filmausschnitte, bezaubernde Zeichnungen, Erbstücke, seltene Schallplatten und gut erhaltene historische Artefakte.

 Dieser außergewöhnliche Ausstellungsraum verbindet auf brillante Weise erstklassige Präsentationen auf Museumsniveau mit der stilvollen Raffinesse, die man mit Dior verbindet. Die Kollektion umfasst die 77 Jahre des Bestehens der Marke seit ihrer Gründung im Jahr 1946. Laut Maria Grazia bietet die neue Ausstellung in der Galerie Dior die Möglichkeit, die Geschichte des Modehauses anhand von zwei Schwerpunkten zu studieren, die eng mit ihrer Arbeit und Vision verbunden sind.

Ein Aspekt hebt die wesentlichen Beiträge einer vielfältigen Auswahl an Frauen hervor, die mit Monsieur Dior zusammengearbeitet und somit seine Kreativität beeinflusst haben.

Das andere Element zeigt prominent die zahlreichen Interaktionen zwischen dem Modehaus und mehreren Generationen von Künstlerinnen.

Die Ausstellung beginnt mit einem wunderschönen Druck von Brigitte Niedermair eines T-Shirts, das in Chiuris Eröffnungsshow für Dior gezeigt wurde und den Satz „Wir sollten alle Feministinnen sein“ trug. Als Inspiration diente ein gleichnamiges Buch von Chimamanda Ngozi Adichie, der renommierten nigerianischen Autorin.

Der erste Raum der Ausstellung ist Monsieur Dior gewidmet, der bereits vor der Entstehung seiner ersten Entwürfe eine Leidenschaft für Kunst hegte. In den 30er Jahren eröffnete er zwei Kunstgalerien in der Nähe der Champs-Élysées. Präsentiert wird ein Ölgemälde der Künstlerin Léonor Fini aus einer solchen Galerie sowie eine schöne Bleistiftskizze von Dior von Nora Auric. Der Raum ist wunderschön beleuchtet und gefüllt mit von Christian entworfenen Originalkleidern, Skizzen von Kostümen, die er vor der Gründung des Hauses für Filme angefertigt hat, und einem bedeutenden Foto von Dior mit dem, was er als seinen „Etat Major de Grande Classe“ bezeichnete.

 Mit Ausnahme des Geschäftsmanns Jacques Rouet waren alle diese Personen Frauen.

Die von Monsieur entworfene ikonische Barjacke zeigt eine Reihe außergewöhnlicher scanografischer Drucke auf mattem Papier von Katerina Jebb, orchestriert von Chiuri. Die Drucke werden hergestellt, indem normale Haushaltsscanner einen Zentimeter von den Motiven und der Kleidung entfernt gehalten werden und anschließend Hunderte von Bildern zu neuen Arrangements zusammengesetzt werden. Sie haben eine faszinierend spektrale Qualität.

Die Ausstellung umfasst auch mehrere überzeugende Fotoserien der japanischen Fotografin Yuriko Takagi, gepaart mit den tatsächlichen Dior-Designs, die sie aufgenommen hat. Zu den ausgestellten Werken gehören atemberaubende Bilder von Kreationen anderer Dior-Couturiers, von John Gallianos üppigem Satsuma-San-Look aus dem Jahr 2007 bis zu einem pointillistischen Seiden-Faille-Mantel von Raf Simons aus dem Jahr 2015.

 Die Vitrine ist eine besondere Hommage an die Verbindung zwischen Bohan und Niki de Saint Phalle, der französisch-amerikanischen Künstlerin, die für ihre einzigartige Art feministischen Zorn auszudrücken bekannt ist. Am bekanntesten ist sie jedoch für ihren überschwänglichen Igor-Strawinsky-Brunnen, der in Zusammenarbeit mit Jean Tinguely geschaffen wurde und sich neben dem Centre Pompidou befindet und jährlich von Millionen Menschen bewundert wird.

Ein wesentlicher Teil der Ausstellung konzentriert sich auf die aufschlussreiche Interaktion zwischen Chiuri und Elina Chauvet, die für die Modenschau Cruise 2024 von Dior in Mexiko-Stadt ein Performance-Kunstwerk mit Leinwänden auf Models entwickelt hat. Chauvet, eine feministische Künstlerin, nutzt Rot symbolisch als Mittel, um männlicher Gewalt gegen Frauen zu widerstehen. Zu den weiteren Exponaten gehören Gegenstände, die speziell für diese Ausstellung in Auftrag gegeben wurden, wie zum Beispiel ein wunderschöner Wandteppich von Eva Jospin, der ein göttliches Millefiori-Kleid aus Seidengazar 2021 mit Blumenstickerei umgibt, das Natalie Portman in einer Miss Dior-Kampagne trug.

In einem späteren Raum mit Stars in Dior-Outfits trägt Portman zur Oscar-Verleihung 2018 ein schwarz-goldenes Dior-Kleid, bedeckt mit einem Umhang, in den die Namen weiblicher Filmregisseure eingraviert sind. Die Ausstellung endet mit der Lady Dior-Tasche, die im Rahmen des Dior Lady Art-Projekts von weiblichen Designern signiert wurde und in einem Chambre aux Merveilles, dem „Kabinett der Kuriositäten“, ausgestellt wird. Einer der inspirierendsten Aspekte der Ausstellung ist ihr Fokus auf Feminismus mit einem großen F, der das Engagement der Marke zur Unterstützung der Stärkung der Rolle der Frau und ihre Bemühungen, die internationale Anerkennung weiblicher Künstlerinnen und Macherinnen zu erhöhen, hervorhebt.


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